Hotel Bären & Restaurant König im Bären in Wiesbaden

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Blockheizkraftwerk

Die anstehende Sanierung des Heizkessels für die Warmwasserbereitung war im Sommer 1996 der Anlaß für Überlegungen zur kurz- und mittelfristigen Investition in innovative Haustechnik.

Verschiedene Möglichkeiten von Thermalwärmenutzung bis hin zu Solarwärme und Photovoltaik wurden untersucht. Letztlich fiel die Entscheidung nach Effizienz und Wirtschaftlichkeit für eine Lösung mit Blockheizkraftwerk (BHKW).

Verringerung der CO2-Emissionen (t pro Jahr)Verringerung der CO2-Emissionen (t pro Jahr)

Umweltaspekte

Um zu einer Systementscheidung zu kommen, wurden die Maßnahmen zur Verringerung von CO²-Ausstoß und zum Primärenergieverbrauch miteinander verglichen. Ausgangsbasis war die bestehende Kesselanlage. Verglichen wurden:

  • Brennwertkessel mit 12% besserem Nutzungsgrad
  • Sonnenkollektoren zur Brauchwassererwärmung für 6 Monate im Jahr
  • Verbesserung des Wärmeschutzes um 50%
  • Lüftungsanlage mit 50% Wärmerückgewinnung
  • Photovoltaikanlage mit Investition wie beim BHKW
  • Kraftwärmekopplung mit BHKW-Anlage

Jede Maßnahme wurde für sich allein betrachtet ohne die Durchführung anderer Maßnahmen. Bei der Photovoltaik- und der BHKW-Anlage wurde der Stromanteil im Vergleich zum durchschnittlichen fossil befeuerten Kraftwerkspark gerechnet.

Eingesparte Primärenergie (MWh pro Jahr)Eingesparte Primärenergie (MWh pro Jahr)
Typischer Tageslastgang für Strom im Hotel BärenTypischer Tageslastgang für Strom im Hotel Bären

Effizienz des BHKW-Einsatzes

Ein Meßgerät zeichnete in der Planungsphase in einem Tageslastgang den typischen Strombedarf im Hotel auf. Anhand dieser Kurve wurde der Anteil der BHKW-Stromproduktion mit dem Strombedarf verglichen und die möglichen Anteile von Eigenstromnutzung, Zusatzstrombezug und Einspeisung von Überschüssen ins öffentliche Netz betrachtet.

Der wichtigste Punkt war hierbei die Verringerung der Betriebskosten durch den Einsatz des Blockheizkraftwerkes.

Die dem BHKW anrechenbaren Investitionskosten belaufen sich auf ca. 46.000 €. In diesen Kosten ist allerdings die Erschließung eines zusätzlichen Kellerraumes in Höhe von 13.000 € enthalten, da das BHWK nicht im Heizraum aufgestellt werden konnte.

Wärmebedarf und Wärmeerzeugung im Hotel Bären (Wärmeerzeugung in kWh/Monat)Wärmebedarf und Wärmeerzeugung im Hotel Bären (Wärmeerzeugung in kWh/Monat)
Betriebszeit der BHKW-AnlageBetriebszeit der BHKW-Anlage

Die Finanzierung

Der Gesamtbetrag der Investition belief sich auf über 100.000 DM. Durch eine "Mischkalkulation" war der Betrag auch ökonomisch zu rechtfertigen. In dieser Mischkalkulation sind berücksichtigt:

  • Abbau laufender Kosten (Schornsteinfeger, Brennerwartung)
  • Kosteneinsparung für neuen Heizkessel zur Warmwasserbereitung
  • Synergieeffekte durch Koppelung von Heizung und Warmwasserbereitung
  • Erneuerung der Regelungstechnik für die gesamte Wärmeerzeugung und -verteilung

Rendite

Nach rund 5 Jahren ist das investierte Kapital (Kosten für die Erschließung des zusätzlichen Kellerraums nicht berücksichtigt da untypisch für BHKW-Projekt) zurückgeflossen.

Das Risiko der Investition ist überschaubar: Muß das BHKW z.B. nach 10 Jahren außer Betrieb genommen werden, dann wurde bis dahin eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,9 % erzielt. Kann das BHKW 15 Jahre betrieben werden, erhöht sich die durchschnittliche jährliche Verzinsung des investierten Kapitals auf 18,3 %.

Dies ist ein Projekt der GLIZIE GmbH, Regionalpartner der energiewerkstatt, für diese tätig in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Unterfranken und der Region Siegen.

BHKW

Betriebsdaten BHKW

Insgesamt muß man sagen, daß eine exakte Kontrolle von Einsparungen und Verbräuchen im Strom- und Wärmebereich nicht generell möglich ist. Auch wenn man davon ausgeht, daß die installierten Stromverbraucher konstant zu Buche schlagen, sind die Randbedingungen derart komplex (Gästezahl, Außentemperatur, Preis- oder Leistungsänderung etc.), daß eine Vergleichbarkeit von erhobenen Zahlen mit denen des Vorjahres nur sehr bedingt möglich ist. Zur Anschauung haben wir hier doch einmal den Versuch gewagt. Hier sind die Gesamtstromkosten des Hotels seit 1994 aufgeführt. Nach Inbetriebnahme des BHKW im August 1994 zeigt sich folgende Entwicklung deutlich:

In den Zeiten, in denen das BHKW durchläuft und in den "Übergangszeiten" sinken die Stromkosten um ca. € 1400,00 monatlich. Im Sommer ist die Einsparung durch den geringeren BHKW-Einsatz nicht so hoch.

GasverbrauchGasverbrauch

Hier fällt auf, daß der Bezug der Wärmeleistung (kWh) Gas in den Jahren seit 1994 relativ konstant geblieben ist. Die Erhöhung des Bezugspreises für das Gas ist jedoch ab dem Jahr 2000 durch die vermehrte Steuerbelastung signifikant gestiegen.