Hotel Bären & Restaurant König im Bären in Wiesbaden

Hotel Bären
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Die Geschichte des Bären in Wiesbaden

Früher lag das Hotel „Zum schwarzen Bären“ an der Langgasse 41 (heute Fußgängerzone). 1627 war es das angesehenste und meistbesuchte Badhaus Wiesbadens, mit heilendem Wasser aus der Adlerquellen gespeist. Auch noch 1736 wurde es als Badhaus ersten Ranges erwähnt. War das Hotel einst nur Badhaus gewesen, wurden später auch Gästezimmer eingerichtet. Auch Goethe muß von dem guten Ruf gehört haben, denn er logierte in den Jahren 1814 und 1815 zur Kur im „Bären“. Wie sehr er diese Aufenthalte genossen haben muß, bezeugen die Briefe an seine Frau Christiane. Er feierte auch den Abschluß seines 65. Geburtstages im „Bären“. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der "Bären" in der Langgasse abgerissen, die Bärenstraße angelegt und das Hotel an seiner jetzigen Stelle wieder aufgebaut. Seit 1926 ist es im Besitz der Familie Bödeker. Nach dem 2.Weltkrieg trafen sich hier etliche Filmgrößen wie z.B. Heinz Rühmann, Lil Dagover, O.W. Fischer und viele mehr. Heute geben sich hier zu den Wiesbadener Literaturtagen bekannte Schriftsteller ein Stelldichein.

1455

Die nach Udenheim (Kr. Alzey) benannten Niederadeligen finden sich jedenfalls um 1430 im Besitz von Wiesbadener Ländereien. Ihr Landgut umfaßte 76 ½ Morgen und wurde von Philipp von Udenheim vor 1455 an Georg von Wehen verkauft. Dieser verlieh das Udenheimer Gut, wie man es weiterhin nannte, an Gelen Henn, Besitzer des Badhauses zum Bären, und ließ sich pro Morgen ein Viernsel Korn als Pachtzins und zusätzlich, wohl für die auf dem Gut ruhenden Privilegien einen Gulden zahlen; denn es war von der Schatzung zur Hälfte befreit und im übrigen nur mit einem Malter Zinskorn zugunsten der Kellerei belastet.

Renkhoff; Otto: Wiesbaden im Mittelalter. Wiesbaden 1980. S. 218. Anmerkung Renkoffs im Text (422) zum Datum 1455: Merkerbuch S. 47

Im Mineralbad, 1480

1471

Gelen Hen, "Wirt zum Bern", Besitzer.

Roth, F.W.E.: Geschichte und historische Topographie der Stadt Wiesbaden im Mittelalter und der Neuzeit. (Limbarth) Wiesbaden 1883. S. 517 f. (§66. Verzeichnis der Badhäuser der Stadt)

R. numeriert die einzelnen Badhäuser und schreibt:

18 und 19 gegenüber (der Krone), an der Ostseite der Langgasse, lagen zwei Badhäuser nebeneinander: der Bär und der Riese, die durch ein weiteres Fünftel der Adlerquelle gespeist wurden. Das erstere erscheint 1471 unter dem Schildnamen des Bären mit seinem Besitzer Gelen Hen. Diesem und seiner Frau Else gehörte bereits 1455 ein Badhaus, das höchstwahrscheinlich mit dem Bären von 1471 identisch ist. Als Erblehen von Nassau besaßen es dann 1503 Mathys, 1505 - 12 Isenberg oder -burg, 1517 Fritz zum Bären sowie 1525 - 46 Jakob, der 1553 das Bürgermeisteramt bekleidete, und 1525 - 36 Egin (Adelheid), wohl seine Frau. In dieser Zeit pflegten hier die Gäste der nassauischen Grafen mit Vorliebe abzusteigen, so 1511 die Grafen von Solms und von Eppstein-Königstein, die zwei jungen Pfalzgrafen sowie Wilhelm von Staffel und Wolf von Dalberg, 1519 der aus dem heiligen Land zurückkehrende Graf Heinrich V. von Nassau-Beilstein sowie Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach und der junge Graf, später Herzog Georg von Württemberg, 1525 - 31 die Grafen Eberhard IV. von Eppstein-Königstein, Philipp von Solms und Johann III. von Nassau-Beilstein, der regierende Bruder des soeben genannten Heinrich, ferner Johann und Philipp Hilchen von Lorch, Friedrich von Reifenberg und der Junggraf von Saarbrücken. Der Große Stadtbrand des Jahres 1547 scheint das Anwesen zerstört zu haben. 1558 jedenfalls hat der Graf die wüstliegende Hofreite eingezogen und verkauft. Der darauf errichtete Neubau erstreckte sich rückwärts bis zum Mühlgraben, d.h. bis an die spätere Kleine Webergasse, heute Westseite des Dreililienplatzes. Das unter dem gleichen Besitzer stehende und auch baulich mit dem "Bären" verbundene Badhaus zum Riesen hat noch über das 18. Jahrhundert hinaus seinen eigenen Schildnamen beibehalten. 1693 ist das Haus zum Bären eingegangen und abgetragen worden. Den lange geplanten Neubau von 1725/28 hat nach weiterer Ausgestaltung Goethe 1814 und 1815 bewohnt und geschätzt. 1890 hat man ihn niedergelegt und anschließend durch sein ehemaliges Terrain die nach ihm benannte Bärenstraße gebrochen. Ein völliger Neubau (Bärenstraße 13 [muß heißen 3!]), in dem auch das Badhaus zum Rheinstein (Webergasse 18) aufging, wurde 1912 eröffnet und nach seiner Teilzerstörung im Bombenkrieg mit Frontstellung zum Dreililienplatz wiederhergestellt, wo das Badhaus mit Hotel noch heute besteht.

Renkhoff; Otto: Wiesbaden im Mittelalter. Wiesbaden 1980. S. 247

Ansicht von Wiesbaden, Blick vom Adolfsberg

1562

1562 bis 1565 war Theiß zum "Bern" Schrödermeister, Geschworner und zuletzt Weinsticher.

Roth, F.W.E.: Geschichte und historische Topographie der Stadt Wiesbaden im Mittelalter und der Neuzeit. (Limbarth) Wiesbaden 1883. S. 517 f. (§66. Verzeichnis der Badhäuser der Stadt)

Ansicht von Wiesbaden, Blick von der Frankfurter Straße

1629

Der Bären heißt 1627 das besuchteste und angesehenste Badhaus der Stadt, "zum Beeren" genannt. Sein Besitzer Hans Georg Nassau kaufte 1629 von der Herrschaft den Antheil, den dieselbe an der Adlerquelle für das Bad im Schlosse hatte, um 500 fl., richtete neue Bäder ein und kaufte auch 1632 die erste Wirtschaftskonzession eines Badhauses der Stadt um 200 fl. Graf Johann, der Verkäufer des Wasserrechts, behielt sich den unentgeltlichen Gebrauch der Bäder im Bären für sich, seine Familie, seine Nachfolger und deren Angehörige vor.

Roth, F.W.E.: Geschichte und historische Topographie der Stadt Wiesbaden im Mittelalter und der Neuzeit. (Limbarth) Wiesbaden 1883. S. 517 f. (§66. Verzeichnis der Badhäuser der Stadt)

"Es bezog sein Badewasser aus der Adlerquelle und erwarb zu dem alten Besitz im Jahre 1629 den Anteil derselben Quelle, welcher bis dahin in das Schloss abgeführt wurde, für 500 Rth., sowie den des neben anstoßenden Badhauses zum Riesen, das mit ihm verschmolzen wurde. Seinen alten Ruf hat das Haus bis zu seinem aufhören vor einigen Jahren stets bewahrt."

Otto, Friedrich: Goethe in Nassau. In: Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Jahrgang 1894. S. 70 f. (3. Der erste Tag, 30 Juli 1814)

Ludwig von Hörnigk: Wißbades beschreibung [Teil 1], 1637
Ludwig von Hörnigk: Wißbades beschreibung [Teil 2], 1637

1637

1637 ward dem Bären die Wirthskoncession von der Mainzer Regierung genommen und dem Adlerwirthe verliehen. Das Haus selbst hatten angeblich zwei Brüder aus Tirol erbaut, es bestand aus zwei Häusern, dem eigentlichen Bären und dem nebenanliegenden "Riesen". Letztern führt Hörnigk 1637 - 1662 zwar nicht mehr auf, doch bestand derselbe noch 1747, wo "eine Thüre aus dem Riesen in den Bären zu brechen" verrechnet ward. Hörnigk sagt 1637: "Zum Beeren, wird an jetzt für der vornehmsten Badherbergen eine gehalten, wie sie dann die größte Badkästen, das meyste Wasser und an den Einwohnern gute diensthaffte Leute hat, welche jedermänniglich jederzeit allen möglichen Guten ehrbaren Willen und Dienst erweisen."

Roth, F.W.E.: Geschichte und historische Topographie der Stadt Wiesbaden im Mittelalter und der Neuzeit. (Limbarth) Wiesbaden 1883. S. 517 f. (§66. Verzeichnis der Badhäuser der Stadt)

Ludwig von Hörnigk: Wißbades beschreibung [Teil 3], 1637

1710

Im Jahre 1710 ward das Badhaus nach dem Plane Fürst Georg Augusts neu erbaut, zweistöckig, 142 Fuß lang, 36 Fuß tief mit einem Seitenflügel, einem großen und zwei kleinen Bädern und Stallungen für 80 Pferde, der Kostenanschlag belief sich auf 11,588 fl., was den Bau um ca. 20 Jahre hinausschob, doch stand nach Hellmund das neue Gebäude 1730 bereits, wo auch der Name zum "Riesen" noch erscheint, doch befanden sich beide Badhäuser wahrscheinlich in Händen eines Besitzers, 1662 hatte der Bär vier Bäder und heißt 1736 ein Badhaus ersten Ranges. In diesem Hause wohnte Goethe mehrmals, ebenso 1831 Campbell, wie zwei neben der Thüre eingemauerte Marmorplatten besagen.

Roth, F.W.E.: Geschichte und historische Topographie der Stadt Wiesbaden im Mittelalter und der Neuzeit. (Limbarth) Wiesbaden 1883. S. 517 f. (§66. Verzeichnis der Badhäuser der Stadt)

1725

Der Wirt des "Bären" errichtet 1725 bis 1728 einen Neubau, der sich rückwärts bis zum Mühlgraben (beim heutigen Dreililien-Platz) ausdehnt. Hier logiert Johann Wolfgang von Goethe während seiner Kur in den Jahren 1814 und 1815.

Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 129

Kranzplatz mit Blick auf Kochbrunnen, 1800

1751

Nicht besser ergeht es dem Bärenwirt Johann Peter Hierstein. Er ersucht 1751 um die Erlaubnis, in einem schon vorhandenen Saal in seinem Gartenhaus einen "Assembee- und Conferenz Saal" einzurichten und dort 12 Tische für Karten-, Würfel- und Damenbrettspiel und zwei Billards aufzustellen. Der Saal sei 41 x 21 Schuh groß (etwa 14 x 7 m), mit zwei Doppeltüren und "allerschönsten neuen Tapeten geziert". Unglücklicherweise offeriert er noch ein, von ihm wohl als besondere Attraktion gedachtes, vom Saal aus zugängliches "apartes Gemach, worinnen sich ein schön tapeziertes Bette befindet".

(zit. nach Roth: Geschichte und historische Topographie, S. 629 - Bitz: Badewesen, S. 246)

Und Czysz fährt fort: Die Reaktion der anderen Badewirte ist, wie zu erwarten: Das "Spiel- und Jammer Project" diene zu nichts besserem, als "allerhand Creti und Pleti (...) anzulocken". Wer sich vergnügen wolle, könne nach Schwalbach gehen. Der "Stadtrath nebst den übrigen Wirthen" komme zu dem Ergebnis, Hierstein sei ein "desparater, gewissenloser Badwith und notorischer Mameluk". Er wolle nur seine zwei erwachsenen Töchter unter die Haube bringen, ziehe "deshalb liederliches Gesindelaus Mayntz an und mache aus dem Assemblee-Saal ein formales Lupanar" [Bordell]. An Sonn- und Feiertagen halte er Tanzvergnügen ab, schaffe Unordnung und verderbe die Jugend "durch liederliches Wesen". Als auch noch das Stadtgericht befindet, ein solcher Saal ziehe nur "Jauner und Spieler" an, verwundert es nicht, daß das Gesuch in Ansehung "des personellen" abgelehnt wird.

(zit. nach Th. Schüler: Kur und Spiel. In. Wiesbadener Tagblatt v. 8. U. 15.6.1913) Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 137

Wiesbaden

1814

Zelter bereitet alles für den Aufenthalt Goethes vor. Aus dem Bären (damals "Zum schwarzen Bären"), wo er logierte schreibt er am 15 Juli: "Ferner melde ich, daß ich bereits ein Quartier von drey ordentlichen Piecen für Dich in Beschlag genommen habe, welches in 12 Tagen frey wird."

(zit.:Gräf: Briefwechsel Goethe-Zelter S.386). Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 207

Als Goethe in Wiesbaden eintrifft, steigt er zunächst nicht im "Bären" sondern im Bad- und Gasthaus "Zum Adler" ab. Das von Zelter vorbestellte "Quartier mit drei Piecen" (ein Appatement) im Bären ist noch nicht frei. Erst am 5. August zieht er dorthin um. Da der Badewirt im "Bären" seine Gäste nicht selber bewirten darf, kann Goethe den Ort seiner Mittagstafel frei wählen oder sich von seinem Diener das Essen auf dem Zimmer anrichten lassen. In der Posthalterei "Adler" holt er nur noch die Post ab, die er sich aus Frankfurt nachschicken läßt.

Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 208

Johann Wolfgang von Goethe

1815

In den ersten Tagen trifft er sich mehrfach mit Oberbergrat Cramer und Bibliothekar Hundeshagen. An Zelter berichtet er am 16 Juni nach Weimar Neuigkeiten aus dem damals noch zweistöckigen Badhaus "Zum Bären", dessen Innnenräume seit seinem letzten Aufenthalt umgebaut und neu gestaltet worden sind: "In den alten Bären ist Dein baumeisterlicher Geist gefahren, er würde Dich in Verwunderung setzten. Der dunkle Gang ist erweitert, eine durchaus zusammenhängende Reihe von Zimmern angelegt. Der Vorplatz mit dem Balcon macht jetzt mein abgeschlossenes Vorzimmer; so ist es auch auf der anderen Seite u.s.w."

Zitat: Gräf: Briefwechsel Goethe-Zelter S.429

Zelter antwortet darauf zwei Wochen später: "Das der alte Bär seine Eingeweide restaurirt, möge ihm wohl bekomme, wiewohl ich wünschte, daß das Fell [die Außenfassade] geschont würde; das alte rothbraune Gebäu mit den beiden Altanen sah ich immer an wie ein kupfernes Schaustück früherer Zeiten".

Zitat: Gräf: Briefwechsel Goethe-Zelter S.431

Aus diesen Bemerkungen spricht ein geradezu liebevolles Verhältnis, das beide zu ihrem Wiesbadener Standquartier entwickelt haben. Aus anderer Perspektive, dem Tagebuch seines Dieners Stadelmann, liest sich das so: "Den 27. Mai um 2 Uhr kamen wir glücklich in Wiesbaden an. Als ich in die Küche trat, schrie Alles: der Karl, der Karl! Ich fragte hierauf ob wir noch Platz fänden und da wohnen könnten? Worauf man erwiderte: wir hätten die Wahl der Zimmer! Wir fanden das Haus gänzlich verändert. Die Säle waren in Zimmer umgewandelt, die Gänge weiter und bequemer; alles schön angestrichen und gemalt. Wir waren die ersten im Vordergebäude. Alles leistete hülfreiche Hand. Das Essen wurde bestellt, es erschien sogleich. Ich holte Wein im Adler, auch da war Freude über unsere Ankunft. So ging es fort bei Jedermann, der mich kannte".

Zitat nach: Schaefer Goethe (dort Zitat aus K.Stadelmann, Tagebuch)

Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 220

1817

"Aus der Adlerquelle bekommen ihr Wasser: ...

Der schwarze Bär, den vorigen gegenüber, gehört dem H(err). Conrad Müller.

Der schwarze Bär und der Riese sind zwei neben einander stehende Häuser, denen die aus dem Adlerbrunnen kommende Wasserportion gemeinschaftlich ist, die also auch beide Badewirthschaft treiben dürfen. Da sie aber einem Eigenthümer angehören, so erscheint dermahlen nur der schwarze Bär als Badhaus."

Ebhardt, Georg Heinrich: Geschichte und Beschreibung der Stadt Wiesbaden. 1817 S. 170 (Beschreibung der Stadt Wiesbaden. Badhäuser).

Briefkopf des Gast- und Badehauses "Zum Adler"

1840

Aufstockung des Bären um 2 Geschosse: "Das Badhauß der Bärn wurde diesen Herbst spät noch repariert, und aus einem zweystöckigen ein vierstöckiges schönes Hauß gemacht"

Dollwet, Jochen und Weichel, Thomas (Bearb.): Das Tagebuch des Friedrich Ludwig Burk. Aufzeichnungen eines Wiesbadener Bürgers und Bauern 1806-1866, Wiesbaden 1994. S. 137

Zingel, 1848

1857

Der Besitzer des Bären heißt H.L. Freytag, Er gehört neben 9 anderen Bade- und Gastwirten im Jahr 1864 zu den 24 höchstbesteuerten Bürgern Wiesbadens. Zwischen 1864 und 1867 übergibt er den Betrieb seinem Sohn Otto Ludwig, der im Jahr 1867 und 1872 als stadtbürgerliches Mitglied der Casino Gesellschaft geführt wird.

Weichel, Thomas: Die Bürger von Wiesbaden: Von der Landstadt zur "Weltkurstadt (1780 - 1914), München 1997. S. 262 u. 311ff.

Arbeitszeugnis eines Kellners, 1857:

Louis Gies aus Niederbrechen, h.amtes Limburg, hat während der abgelaufenen Saison die Stelle eines Kellners in meinem Hause versehen und war ich mit demselben in jeder Beziehung vollkommen zufrieden, was ich ihm mit Vergnügen bescheinige. Wiesbaden, d. 4. Oct. 1857.

H.L. Freytag, zum Bären

Arbeitszeugnis eines Kellners, 1857

1890

Der "Bär", in dem Goethe 1814 und 1815 während seiner Badekur wohnt, ein 1725 bis 1728 errichtetes, mehrfach umgebautes Gebäude, hat eine relativ kleine Straßenfront, der rückwärtige Teil übertrifft an Ausdehnung jedoch den "Schwarzen Bock".

1854 verkündet ein Inserat: "Das Etablissement liegt an der Hauptstraße Wiesbadens, der Post gegenüber und hat hinter dem Haus einen mit Blumen und Weinreben bepflanzten Garten; es bietet also den lebhaften Verkehr der Straße wie den Genuß der ländlichen Stille. Hundert und zehn Zimmer und ein Conversationssaal sowie 60 Bäder nebst Dampfbädern und Douchebad stehen zur Verfügung der verehrlichten Gäste. Table d´hôte wird nicht gehalten, sonst aber Alles verabreicht, und ist für jede Bequemlichkeit und gute Bedienung bestens gesorgt. Aus der Hauptquelle ist das Wasser zum Trinken in den Garten geführt." (Zitat Ende ohne Quellenangabe des Verfassers) Und Czysz fährt fort:

1890 kauft die Stadt das traditionsreiche Haus, legt es nieder und verwendet das Gelände, mit der gleichen städtebaulichen Zielsetzung wie dreißig Jahre zuvor beim "Schützenhof", für den Durchbruch einer neuen Straße. Die Bärenstraße dient nun der Auflockerung des engen Quellenviertels. Ein Neubau wird 1912 (?) im unteren Teil der Bärenstraße errichtet und nach Teilzerstörung im zweiten Weltkrieg mit Frontstellung zum neu angelegten Dreililienplatz als Hotel und Badhaus "Zum Bären" eröffnet.

Walter Czysz: Vom Römerbad zur Weltkurstadt, Wiesbaden 1999. S. 314

Eckansicht, Hotel Bären,
1920
Jubiläumsplakat, 90 Jahre, Nerobergbahn

1900

An der Stelle des heutigen Bären Ecke Bärenstraße/Kleine Webergasse wird ein Gebäude errichtet, das als Savoy Hotel bezeichnet wird.

Spielmann, C[hristian] / Krake, J[ulius]: Die Entwicklung des Weichbildes der Stadt Wiesbaden seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Atlas mit begleitendem Text. Frankfurt a.M. [1912]. Nachdruck

1912

Ein völliger Neubau (Bärenstraße 13 [muß heißen 3!]), in dem auch das Badhaus zum Rheinstein (Webergasse 18) aufging, wurde 1912 eröffnet und nach seiner Teilzerstörung im Bombenkrieg mit Frontstellung zum Dreililienplatz wiederhergestellt, wo das Badhaus mit Hotel noch heute besteht.

(Zum Haus Rheinstein)
Das Haus Rheinstein war 1869 von dem Badewirt Jakob Schmitt erbaut worden, der kurz zuvor das Badhaus "Zur Stadt Kreuznach" - vorher als Gasthaus "Zum lahmen Esel", dann "Zur Philippsburg" genannt - an der Kleinen Webergasse mit seiner Quelle erworben hatte.

Renkhof zit. nach: Wiesbadener Tagblatt v. 21.3.1912 und A.H. Meuer in: Nheimat 1925 S.98ff.

Besitzer des Bären ist W. Schiemann

Speiseraum, Restaurant Bären, 1920
Zeitungausriss, Berliner Tagblatt, 1912

Wunschzettel Karl Bödeker auf Briefpapier von August Bödeker, Karl-Finkelnburgstr. 29, Godesberg vom 10. Dez. 1919:

Liebes Kristkindchen

Ich bitt um folgendes

ein Gewe(h)r, ein Malkasten
ein(e) Revolvertasche
ein Bilderbuch
ein Druckkasten

Ich willimmersehr
artigsein

Karl

Wunschzettel Karl Bödecker, 1919

1926

August Bödeker übernimmt das Hotel Bären

1945

Karl Bödeker tritt in den Betrieb ein und führt ihn mit seiner Mutter Petronella Bödeker bis zu deren Tod im Jahr 1956. Danach mit Emmy Bödeker.

1975

Nach dem Tod von Karl Bödeker führt Emmy Bödeker den "Bären" bis 1990.

1990

Übernahme des "Bären" durch Beate Bödeker-Kenke und Michael Bödeker. Der Betrieb wird in der Rechtsform einer GmbH geführt.

Grundbuchauszug 1926: Vorbesitzer
des Bären ist Juda Grünspan
August und Petronella Bödeker
Karl Bödeker
Emmy Bödeker
Nach dem 2 Weltkrieg, 1945
Petronella und August Bödeker
vor dem alten Hoteleingang (1940)
Petronella Bödeker mit Chefkoch "Dickrot"
Beate Bödeker-Kenke und Michael Bödeker