Hotel Bären & Restaurant König im Bären in Wiesbaden

Hotel Bären
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Goethe im Rheingau

Die Stadt

Wiesbaden hat sich im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zu einer kleinen Stadt mit 3500 Einwohnern noch weit innerhalb des "historischen Fünfecks" entwickelt. Die Wilhelmstraße ist zum großen Teil noch unbebaut. Die Friedrichstraße begrenzt die Stadt mit einigen Häusern nach Süden hin. Im Westen liegt die Baugrenze im Bereich der heutigen Coulinstraße, und nach Norden hin ist nach der Saalgasse nur der untere Teil der Taunusstraße bebaut. Die Pläne des damaligen Stadtbaumeisters Zais, der auch den Kursaal geschaffen hatte, sehen breite, wohlgestaltete Straßen für die weitere Bebauung des Stadtgebietes vor. Den mittelalterlich geprägten Stadtkern durchfließen eine ganze Anzahl Bäche, die einerseits von den wasserreichen Hügeln des Vordertaunus kommen, zum Großteil jedoch vom Wasser des Quellbezirks gespeist werden.

Die Attraktion des Kurbades ist das 1810 neuerbaute Kurhaus mit seinem Kursaal und der Spielbank, in der sich das gesellschaftliche Leben abspielt. Man sagt übrigens, daß der große russische Dichter Fjodor Dostojewski Wiesbaden und sein Casino als "Roulettenburg" in seinem Roman "Der Spieler" verewigt habe.

Auch die nähere Umgebung Wiesbadens lockt die Badegäste in großer Zahl an, seien es die Hügel des Taunus, die reizvolle Landschaft des Rheins oder die Ausflugs- und Badeorte Schlangenbad und Schwalbach.

Der Gasthof

Im Jahre 1471 das erste Mal erwähnt, besteht der "Bären", "Beern", "Bär" oder "schwarze Bär" schon zu Goethes Kuraufenthalt seit 343 Jahren. Abgebrannt, umgebaut, aufgestockt, mit dem "Riesen" zusammengelegt wird dieses Haus im Jahr der Ankunft unseres Gastes als eines der "besten Häuser der Stadt" bezeichnet. Der wohnt zwar zuerst im "Adler", läßt sich aber dann von seinem Freund Zelter überzeugen, daß man im "Bären" besser, kühler und ruhiger wohnt.

Der "Bären" war im Jahre 1710 an der Langgasse auf dem alten Grundstück neu erbaut worden. Mit einem Seitenflügel, einem großen und zwei kleinen Bädern 142 Fuß lang und 36 Fuß tief, was nach heutigem Maß etwa eine Fläche von 420 m² ergibt. Zusätzlich entstanden noch Stallungen für 80 Pferde. 1840 wurde der "Bären" um 2 Stockwerke erweitert und es wurde, wie ein Zeitgenosse berichtet: "...aus einem zweystöckigen ein vierstöckiges schönes Haus gemacht." (Burk, Tagebuch).

Goethes Diener Karl Stadelmann beschreibt in seinem Tagebuch die Ankunft im "Bären" im Jahre 1815 so: "Den 27. Mai um 2 Uhr kamen wir glücklich in Wiesbaden an. ... man erwiderte: wir hätten die Wahl der Zimmer! Wir fanden das Haus gänzlich verändert. Die Säle waren zu Zimmern umgewandelt, die Gänge weiter und bequemer; alles schön angestrichen und gemalt. Wir waren die ersten im Vordergebäude." Sie blieben bis zum 11. August 1815.

Der Gast

Goethe war in die Jahre gekommen, in eingefahrenen Gleisen, und so überlegt er im späten Frühjahr des Jahres 1814, wo er seine Kur in diesem Jahr verbringen werde. Er schreibt an seinen Freund Schlosser in Frankfurt: "Ich habe in diesem Jahr keine sonderliche Neigung die böhmischen Bäder zu besuchen .... Möchten Sie mir aber eine Schilderung von Wiesbaden geben und von der Lebensart daselbst, nicht weniger was eine Person mit einem Bediensteten auf einen vier- oder sechswöchigen Aufenthalt zu verwenden hätte."

Die Antwort seines Freundes scheint Goethe rundum zufriedengestellt zu haben, denn er reist am 25 Juli 1814 von Weimar ab und trifft über Eisenach und Frankfurt fahrend am 29. Juli im "Bären" in Wiesbaden ein. Er blieb bis 12. September 1814.

Goethe im Rheingau

Von Wiesbaden aus unternahm Goethe während seiner Kuraufenthalte einige zum Teil mehrtägige Reisen und Ausflüge in den Rheingau und nach Mainz. Abgesehen davon war er jeden Sonntag als Gast an die Mittagstafel des Herzogs Friedrich August von Nassau im Biebricher Schloß geladen, ein Privileg, das er sehr genoß.

Bei seinem ersten Aufenthalt im Jahr 1814 ist vor allem das Rochusfest in Bingen ein tiefes Erlebnis der Kurgäste Goethe und Zelter. Sie setzen von Rüdesheim über den Rhein und nehmen an der Einweihung der Rochuskapelle und dem anschließenden Volksfest teil. Der Verstand des "Universalgenies" Goethe interessiert sich für geografische, geologische, ästhetische, psychologische und volkstümliche Dinge gleichermaßen, und die schöne Landschaft des Rheingaus regt diese Gedanken auf das Angenehmste an. Viele Ausflüge wurden auch zur Familie Brentano nach Winkel unternommen, denen der Dichter herzlich verbunden war. Bei einem dieser Aufenthalte besuchte Goethe auch das Grab der Karoline von Günderode und nahm starken Anteil an ihrem Schicksal. Vom "Eilfer", dem Eltviller Wein, ist viel die Rede und klar ist, daß die Freunde Goethe und Zelter diesem in gebührendem Maße zugesprochen haben. Im Jahre 1815 besucht Goethe den Freiherrn vom Stein in Nassau, mit dem er den Rhein abwärts fährt um Köln zu besuchen. Oestrich, Vollrads, Johannisberg, der Niederwald sind weitere Stationen Goethes im Rheingau.

Der "Bären" heute

Die Geschichte des heutigen "Bären" begann sozusagen auf den Trümmern des alten, als dieser nämlich beim Durchbruch der Bärenstraße im Jahre 1890 weichen mußte. Im "Spielmannatlas" ist auf der Karte von 1910 an der Ecke Bärenstraße/Kleine Webergasse, dem Standort des heutigen "Bären", ein "Hotel Savoy" eingezeichnet. Nach der Zusammenlegung mit dem Thermalbad "Rheinstein" in der Webergasse 18 wurde der "Bären" 1912 an seinem heutigen Standort wiedereröffnet. Von der Familie Bödeker, in deren Besitz der "Bären" heute noch ist, wurde das Haus im Jahre 1926 gekauft. Nach Erweiterung um 2 Stockwerke im Jahre 1964 bietet der "Bären" heute:

60 komfortable Einzel- und Doppelzimmer mit Dusche oder Bad und WC. Farbfernseher, Minibar und Telefon. Ein zweiter Lift bringt den Gast direkt von seiner Etage in das aus der "Rheinsteinquelle" gespeiste Thermalbad.

Für die anderen leiblichen Genüsse sorgt unser Restaurant, in wir eine klassische, französisch inspirierte Küche pflegen.